Guido Wilke

Gedichte

Vorwort:

Seit 2007 schreibe ich Gedichte. Hier einige als Auszug. Ob sie gut oder schlecht sind, mögen Sie beurteilen.
Mir helfen sie beim Abbau von Spannungen und mich zu erinnern. 

Guido Wilke
 

Anfang bis Ende

 

...geboren, gestaunt, geglaubt, geschlagen, geschunden, geweint, gelernt, gelebt, geliebt, gehasst, gerungen, getrunken, gefeiert, gewonnen, gefallen, geheiratet, gewechselt, geschrieben, gelitten, geurteilt, gebaut, gezahlt, gegrillt, gedacht, genervt, gezweifelt, gewütet, gehandelt, geschmerzt, gedankt, geduldet, gekämpft, gestorben, gewesen...

G.W.

 

 

Der Erfolg von menschlichen Qualitäten im erstrebenswerten Sinn misst sich an der Kontinuität unserer angeblichen Menschlichkeit, besonders aber an den Taten selbiger. 
Vermessen und falsch wäre es, allein das unbedachte Wort sowie die spontane Gefühlsregungen als Indikator und Gradmesser zu verwenden.
Momente, getragen von kurzfristiger Emotion, ohne Auswirkung auf unser späteres Handeln sind irrelevant.

Nur die Summe all dessen was wir tun, definiert unser Sein und die Beziehung zu unseren Mitmenschen.

G.W.

 

 

 

Träume

Träume

Im dunklen Kleid, verhüllt bis zur Unendlichkeit
Wälzt schwarzer Nebel sich dahin
Gekommen sich zu nähr(e)n am Leid
Am künstlich aufgestellten Lebens Sinn.

Von Furcht und Angst gepeinigt
Das Versagen immer dar im Blick
Geglaubt die Seele wird gereinigt
Doch falsch es ging fürwahr nur noch zurück.

Wie Tiere fressen, mit großen Bissen
Nährt sich das Ungetüm an meiner Qual
An sich sollt ich es besser wissen
Doch Eitelkeit ward schuld diesmal.

Ward schuld wie viele Mal zuvor im Leben
Wenn Eigenliebe stand im eitlen Plan
Dass sich die andren Dinge geben
Bloß Schweigen hätt mir gut getan

Der klare Blick langsam verschwimmt
Dämonen kommen mich zu holen
Mit aller Kraft und voll bestimmt
Mein Wille kämpft ganz unverhohlen

Um zu gewinnen diesen Kampf
Der niemals zu gewinnen ist.
Bleibt letztlich nur der Seelenkrampf
Und Fügung in des Schicksals List.

Am Morgen bleibt ein Schleier dar
Vergessen nimmt den Raum nun ein
Zurück zieht sich das wilde Biest
Und Schatten kommt zum Geist herein.

Das Herz klopft wild und heftig
Doch langsam kommt es auch zur Ruhe
Bewusstsein nimmt die Stelle ein
Verschließt den Alp in seiner Truhe.

Die Wirklichkeit hält nun das Zepter
Und langsam schwand mir unaufhörlich
Ich will zurück in meinen Traum
Die Wirklichkeit ist zu gefährlich.

G.W.
 

 

Freude

Freude

Das Sonnenlicht mit hellem Schein
Erfüllt mit Licht das ganze Herz
Bringt Glück und Frieden mit hinein
um zu zerstören den großen Schmerz

Am Abend noch davor voll Trauer
Die Tristheit nahm mich vollends ein
Das große Biest lag auf der Lauer
Zog Lebensfreud in sich hinein.

Der Anlass voller Nichtigkeit
Bracht Glanz in dieses Einerlei
Ein Kinderlachen in der Morgenzeit
Fegt weg den Schleier und macht mich frei.

So herzerfrischen ohne Groll
Noch Arglist oder falscher Freud
Klang dieses Lachen wundervoll.
Vertrieb mit einem mal das Leid.

Leicht glucksend, kichernd, voller Schall
Lacht dieses Kind ganz wunderbar
Das wie mit einem großen Knall
Der Pfropf sich löst und mir wird klar…

Ein Kind allein hat ausgemerzt
Und weggefegt mit voller Kraft
Die ganze Traurigkeit im Herz
Was hätten 2 da bloß geschafft!?

G.W.

 

 

Gier

Gier & Veränderung

Entnervt, gequält und voller Pein,
auf der Suche nach dem Sinn im Leben
Unglücklich mit dem eigenen Sein, 
gewollt hab ich, nach besserem Streben.

Vergaß ich doch des Menschen Gier
die eins nur kann: zu unterjochen
Die wie ein wild tollwüt(i)ges Tier
Alles verschlingt, bis auf die Knochen.

Das Maß zu finden, ist die Last
Doch manchmal leichter als wir’s denken
Und steht in völligem Kontrast.
Wie wir zumeist das Leben lenken.

Mit Zeit, Geduld und auch mit Ruhe
Mit Menschlichkeit und Toleranz,
so öffnen wir des Schatzes Truhe.
Erstrahlen kann der volle Glanz.

Der Glanz in jedem  innewohnt,
versteckt, nicht sichtbar, unterjocht
Heraus zu holen ihn es lohnt,
Wenn Gier in uns nun überkocht.

Nur einen Augenblick wir haben
Um zu besinnen und zu erinnern
Und nicht am Teufels-Nektar laben,
der droht nur alles zu verschlimmern.

Wahrhaftigkeit von ganzem Herzen,
ist zwingend für die Handlung Tat.
Die Seele windet sich in Schmerzen.
Obgleich ich um Vergebung bat.

Verpass ich diesen Augenblick
Kein Harnisch mich mehr schützen kann
Dann gibt es keinen Weg zurück
Um zu erfüll(e)n den noblen Plan.

Mit allem was mir innewohnt
Will ändern ich mich ohne Lug
Dass ich mich immer mal verschont
Weil ich mich doch nur selbst betrug.

...

G.W.

 

Illusion

Illusion

Sie schnurrt & schmeichelt lächelnd Dir
sagt was die Ohren hören wollen
Sie ist das grausam schöne Tier 
Sie ist der Blume Blütenpollen.

Sie taucht die Welt in fremdes Licht
an Farbe wird's meist Rosa sein 
gesegnet mit schönstem Gesicht 
Verdeckt damit die wahre Pein.

Die Illusion als ständige Begleiterin
die immerzu an unsrer Seite wandelt 
Ständig präsent als Schmeichlerein
den wahren Blick dauernd verwandelt.

Sie wird nie laut, dass muss sie nicht
und immer treu an meiner Seite,
nicht offiziell steht sie im Licht
und doch präsent in voller Breite.

Die Illusion ist Freund & Feind zugleich
sie hilft enorm, zerstört wie tötend Pest
sie schafft ein eig(e)nes Himmelreich
Sie macht genau, was Du ihr lässt. 

Sie ist ein Spiegel unsres Sein.
Sie ist ein Stück vom hehren Wunsch 
Sie ist ein harten Felsenstein
Sie ist betörend wie ein Punsch

Sie ist von Anfang bis zum Ende
kaum jemand kann ihr widerstehen 
Sie ist ein Stück aus unser Lende 
Es ist egal wohin wir gehen.
Sie wird begleiten unser Leben
und stetig nur ihr Bestes geben.

G.W.

 

 

Dummheit

Dummheit

Geglaubt nun besser wird der 2. Akt.
Welch Dummheit in mir fröhlich spross,
Es war nicht anders als der 1. Pakt,
An dem ich schon total verdross.

Warum nur sind wir wie wir sind?
Und schon ist Antwort in der Frage.
Wer es nicht sieht, ja der ist blind,
Wir sind für uns die größte Plage.

Als ob der Geist niemals gelernt,
So stehe ich vor mir als Richter.
Hab mich mal wieder selbst entkernt 
Dummheit hat doch so viel Gesichter.

Meine Weibe einstmal zu mir sprach,
Der Mensch niemals sich ändern werde.
Ich doch nur an mir selbst zerbrach. 
Ein schwarzes Schaf in jeder Herde.

Welch Dummheit in mir fröhlich spross
Und weiterhin auch wachsen mag,
Geschmiedet auf des Geistes Amboss,
Mit festem Hammer - Schlag um Schlag.

G.W.